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Glossar

Hier finden Sie eine kurze Erläuterung der wichtigsten Begriffe zum Onlinezugangsgesetz (OZG).

A-E

Click-Dummy
Ein Click-Dummy ist die interaktive Darstellung eines anvisierten Endprodukts (z.B. einer App), die im Rahmen von Digitalisierungslaboren erstellt wird. Dabei handelt es sich um eine Veranschaulichung des möglichen Endprodukts, anhand derer die Nutzerführung sowie die Nutzerfreundlichkeit der Weboberfläche getestet werden können. Um eine hohe Nutzerfreundlichkeit zu erreichen, werden die Click-Dummies typischerweise unter Berücksichtigung von Nutzerfeedback entwickelt

Digitalisierungslabor
Einzelne OZG-Leistungen, die als besonders relevant und dringend identifiziert wurden (z.B. Wohngeld), werden in Digitalisierungslaboren erarbeitet und entwickelt. Bei Digitalisierungslaboren handelt es sich um Workshops, bei denen interdisziplinäre Teams (z.B. Fachleute, Designer, Projektmanager oder Entwickler) zusammenfinden, um Lösungen für Onlinedienste zu entwickeln, die möglichst flächendeckend nachgenutzt werden können. Die Ergebnisse eines Digitalisierungslabors umfassen einen Click-Dummy, sowie die drei FIM-Artefakte: FIM-Texte, FIM-Prozesse und FIM-Datenfelder.

Digitalisierungsprogramm
Das Digitalisierungsprogramm wurde vom IT-Planungsrat beschlossen und dient neben dem Portalverbund dazu, die Anforderungen des OZG im föderalen Kontext strukturiert umzusetzen. Die Grundlagen für die OZG-Umsetzung werden arbeitsteilig durch die Bundesressorts, Länder und Kommunen in den 14 Themenfeldern erarbeitet.

F-I

FIM
Das Föderale Informationsmanagement (FIM) liefert nach dem Baukastenprinzip standardisierte Informationen für Verwaltungsleistungen (Antrags-, Genehmigungs- und Anzeigeverfahren). Für Behörden auf allen Verwaltungsebenen sind diese Informationen direkt nutzbar. Die FIM-Methodik setzt sich aus den drei Bausteinen Leistungen, Datenfelder und Prozesse zusammen.

FITKO
Die Föderale IT-Kooperation (FITKO) ist eine Organisation, die vom IT-Planungsrat zur strategischen Vernetzung, Planung und Steuerung notwendiger IT-Lösungen in Deutschland eingesetzt wurde. Ihre Aufgabe besteht darin, den Ausbau der Digitalisierung in der Verwaltung zu koordinieren und konsequent voranzutreiben. Die FITKO ist zusammen mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) für das Programm-Management der föderalen OZG-Umsetzung verantwortlich.

IT-Planungsrat
Der IT-Planungsrat ist ein politisches Steuerungsgremium von Bund, Ländern und Kommunen, das im Bereich Informationstechnik die Zusammenarbeit auf Bund-Länder-Ebene koordiniert. Zudem fasst der IT-Planungsrat unter anderem Beschlüsse zu IT-Sicherheitsstandards und steuert E-Government-Projekte.

J-L

Lage
Bei der OZG-Umsetzung stehen die Nutzenden im Mittelpunkt, weshalb die Verwaltungsleistungen des OZG-Umsetzungskatalogs nach Lebenslagen von Bürgerinnen und Bürgern sowie nach Geschäftslagen von Unternehmen gegliedert werden. Grundsätzlich ist jede OZG-Leistung genau einer Lage zugeordnet, sie kann jedoch sekundär auch weitere Geschäfts- oder Lebenslagen betreffen. Diejenigen Verwaltungsleistungen, die nicht primär einer Lage zugeordnet werden können, da sie z. B. für die Beantragung verschiedener Verwaltungsleistungen erforderlich sind, werden im Themenfeld Querschnitt zusammengefasst.

LeiKa
Der Begriff LeiKa ist eine Abkürzung für den Leistungskatalog der öffentlichen Verwaltung. Dieser Katalog beinhaltet ein einheitliches und umfassendes Verzeichnis der Verwaltungsleistungen des Bundes, der Länder und der Kommunen. Der LeiKa bildet zudem die Basis des FIM-Bausteins Leistungen.

LeiKa-Typ
Der LeiKa-Typ bestimmt, auf welcher Verwaltungsebene (Kommune, Land oder Bund) die Regelungs- und Vollzugszuständigkeit der Leistung liegt. Es werden fünf Typen unterschieden, die für die OZG-Umsetzung relevant sind:
Typ 1: Regelungs- und Vollzugskompetenz auf Bundesebene
Typ 2 und 3: Regelungskompetenz auf Bundesebene - Vollzug durch Landesebene oder kommunale Ebene
Typ 4: Regelungskompetenz auf Landesebene - Vollzug durch Landesebene oder kommunale Ebene
Typ 5: Regelungs- und Vollzugskompetenz auf kommunaler Ebene

Leistungssteckbrief
Die Verantwortlichen in den jeweiligen Themenfeldern analysieren ihr Bündel an OZG-Leistungen und prüfen, ob es dafür bereits digitale Anwendungen gibt. Für jede Leistung erstellen sie anschließend einen Steckbrief, der die Leistung und ihren aktuellen Reifegrad beschreibt. Die Steckbriefe können je nach Priorität der Leistung einen unterschiedlichen Umfang haben.

M-N

Nachnutzung
Da die Umsetzung des OZG arbeitsteilig erfolgt, muss bei der Umsetzung der Onlinedienste darauf geachtet werden, dass für jede erfolgreich umgesetzte Leistung die Möglichkeit zur Mit- oder Nachnutzung durch andere Verwaltungseinheiten besteht.

Nutzerkonto
Ein Nutzerkonto dient als Identitätsnachweis sowie zur Authentifizierung bei der Online-Beantragung von Verwaltungsleistungen. Nach einmaliger Registrierung sollen sich die Nutzenden künftig mit ihrem Nutzerkonto gegenüber allen im Portalverbund registrierten digitalen Verwaltungsleistungen authentisieren können. Für Nordrhein-Westfalen steht für die Authentifizierung das Servicekonto.NRW zur Verfügung.

O-Q

Once-Only-Prinzip
Mit dem Once-Only-Prinzip soll erreicht werden, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen ihre Daten nur noch einmalig an die Verwaltung übermitteln müssen. Mit dem Einverständnis der Nutzerinnen und Nutzer kann bei weiteren Anliegen durch die jeweilige Behörde bei Bedarf auf diese Daten zugegriffen werden.

OZG-Informationsplattform
Auf der OZG-Informationsplattform sind nach Registrierung die wichtigsten Informationen zum Stand und Fortschritt der Umsetzung des OZG auf Bundesebene zu finden. Zudem kann der OZG-Umsetzungskatalog in der jeweils aktuellsten Katalogs abgerufen werden.

OZG-Leistung
Der Begriff "Verwaltungsleistungen" im Sinne von § 2 Abs. 3 OZG umfasst die elektronische Abwicklung von Verwaltungsverfahren sowie die Information und Kommunikation mit dem Nutzenden über allgemein zugängliche Netze. Bei den OZG-Leistungen handelt es sich um Leistungsbündel, die darunter liegende Verwaltungsleistungen zusammenfassen.

R-Z

Reifegradmodell
Das Reifegradmodell dient als Grundlage zur Beurteilung der OZG-Konformität einer Verwaltungsleistung. Es basiert auf einem Modell der EU-Kommission und umfasst fünf Reifegrade, die von Stufe 0 (Offline) bis Stufe 4 (Online-Transaktion) reichen. In den Stufen 0 bis 2 erfolgt keine digitale Datenübertragung, sondern es sind lediglich Informationen auf einer Website (Stufe 1) oder ein Formular-Assistent (Stufe 2) vorhanden. Ab Stufe 3 ist es möglich, die Beantragung einer Leistung inklusive der erforderlichen Nachweise digital abzuwickeln. In Stufe 4 kann die Leistung vollständig digital abgewickelt werden und für Nachweise wird das Once-Only-Prinzip angewendet. Die OZG-Verpflichtung wird ab Stufe 3 als erfüllt angesehen.

Single Digital Gateway (SDG)
Mit dem Single Digital Gateway (SDG) soll durch einen Portalverbund ein einheitlicher digitaler Zugang zu Verwaltungsleistungen innerhalb der EU geschaffen werden. Als Plattform wird das Portal "Ihr Europa" genutzt und weiter ausgebaut. Bis Ende 2020 soll die Plattform mit allen relevanten nationalen Websites der EU-Mitgliedstaaten verknüpft sein. Durch die zeitgleiche Umsetzung des OZG in Deutschland ergeben sich Synergieeffekte, da viele der SDG-Anforderungen mit den Vorhaben Portalverbund und Digitalisierungsprogramm erfüllt werden.

Themenfeld
Das OZG stellt die Sicht der Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in den Vordergrund, weshalb die OZG-Leistungen nicht nach organisatorischen oder technischen Gesichtspunkten, sondern aus Nutzersichtsicht in insgesamt 14 Themenfeldern gebündelt werden. Jedem der Themenfelder sind mehrere thematisch zusammenhängende Lagen zugeordnet, die sowohl Leistungen für Bürger als auch für Unternehmen enthalten können. Durch diese Bündelung soll erreicht werden, dass die aus Nutzersicht thematisch zusammenhängende Leistungen auch bei der Digitalisierung gemeinsam betrachtet werden.